Kokillenbeschichtung und Trennmittel
Kokillen und Gießformen sind im Dauerbetrieb extremen thermischen und mechanischen Wechselbelastungen ausgesetzt. Eine geeignete Kokillenbeschichtung schützt die Formoberfläche, erleichtert die Entformung und verlängert die Standzeit des Werkzeugs erheblich.
Was Kokillenbeschichtungen leisten
Im Kokillenguss – ob Schwerkraft-, Niederdruck- oder Druckguss – kommt die einströmende Metallschmelze direkt mit der Stahlform in Kontakt. Ohne eine schützende Zwischenschicht würde das flüssige Metall an der Formwand haften, Erosionsschäden entstehen und die Entformung erschwert. Kokillenbeschichtungen, auch Schlichten genannt, erfüllen dabei mehrere Aufgaben gleichzeitig:
Trennwirkung
Die Beschichtung verhindert das Ankleben von Metall an der Formoberfläche. Das Gussteil lässt sich nach dem Erstarren sauber und ohne Kraftaufwand entformen. Beschädigungen an Form und Gussstück werden vermieden.
Oberflächenschutz
Die Schicht schützt die Formwand vor Erosion durch die einströmende Schmelze, vor thermomechanischem Verschleiß durch Temperaturwechsel (Thermoschock) und vor chemischen Reaktionen zwischen Schmelze und Formstahl.
Standzeit
Durch den Schutz vor Metallanhaftungen, Erosion und Thermoschock verlängert sich die Lebensdauer der Kokille deutlich. Weniger Formwechsel bedeuten weniger Rüstzeit und niedrigere Werkzeugkosten im Dauerbetrieb.
Hochtemperaturfestigkeit als entscheidende Eigenschaft
Kokillenbeschichtungen im Metallguss müssen Temperaturen zwischen 600 °C und über 900 °C standhalten – je nach Werkstoff und Verfahren. Organische Bindemittel und konventionelle Beschichtungsstoffe versagen bei diesen Temperaturen, zerspringen oder brennen ab. Hochtemperaturfeste Schlichten setzen daher auf anorganische Wirkkomponenten wie Bornitrid oder Graphit, die ihre Eigenschaften auch unter extremer thermischer Belastung behalten.
Dabei spielt auch die Haftung auf der vorgewärmten Formoberfläche eine entscheidende Rolle: Die Beschichtung muss beim Aufspritzen auf die heiße Kokille gleichmäßig anhaften und eine geschlossene, rissfreie Schicht bilden. Zu dicke Schichten führen zu Wärmestau und Gussfehlern; zu dünne Schichten bieten keinen ausreichenden Schutz.
Typische Prozessanforderungen
- Formtemperatur 200–500 °C bei Auftrag
- Schmelzetemperatur 650–900 °C (Al, Cu)
- Saubere Entformung ohne Klebeverzögerung
- Keine Gasbildung beim Metallkontakt
- Gute Haftung auf Stahl und Gusseisen
LUPRIT® COATING leistet
- Dauerhaft haftende Trennschicht auf heißer Kokille
- Thermisch stabile Wirkkomponenten (BN, Graphit)
- Gleichmäßige, geschlossene Schichtbildung
- Kontrolliertes Wärmedämmverhalten
- Gasarme Formulierung für porenfreien Guss
LUPRIT® COATING – Bornitrid- und Graphitbasen
LUPRIT® COATING ist die Produktlinie von PROMET für Kokillenbeschichtungen und Trennmittel. Die Formulierungen basieren auf bewährten Feststoffkomponenten:
Bornitrid-Basis
Bornitrid-Schlichten bieten eine weiße, saubere Trennschicht ohne Schwärzung des Gussteils. Sie sind elektrisch isolierend und besonders für Anwendungen geeignet, bei denen Graphit unerwünscht ist. Mehr dazu auf der Seite Bornitrid-Schmierstoffe.
Graphit-Basis
Graphithaltige Schlichten sind kostengünstig, gut verfügbar und bieten exzellente Trennwirkung sowie gezielte Wärmeleitfähigkeit. Sie ermöglichen eine aktive Steuerung des Erstarrungsverhaltens und der Abkühlrate.
Weiterführende Informationen und technische Details zu Kokillenbeschichtungssystemen finden Sie auf der Seite Kokillenschutz.