Schmierstoffe für Strangpressen
Das Strangpressen von NE-Metallen stellt extreme Anforderungen an Schmierstoffe: Temperaturen zwischen 600 °C und 900 °C, Pressdrücke bis zu 800 MPa und hohe Werkzeugbelastungen erfordern Produkte, die unter diesen Bedingungen zuverlässig schmieren und gleichzeitig rückstandsarm bleiben.
Was beim Strangpressen an die Schmierung gefordert wird
Beim direkten und indirekten Strangpressen von Kupfer, Messing, Kupferlegierungen und weiteren NE-Metallen entstehen im Kontaktbereich zwischen Bolzen, Matrize und Dorn extrem hohe mechanische und thermische Belastungen. Blocktemperaturen von 600 °C bis 900 °C, kombiniert mit hydrostatischen Drücken von 400 bis 800 MPa, erfordern Schmierstoffe mit stabiler Haftung auf heißem Warmarbeitsstahl und einer kontrollierten Filmbildung unter diesen Bedingungen.
Gleichzeitig dürfen die Schmierstoffe keine Rückstände hinterlassen, die spätere Prozessschritte – etwa das Glühen unter Schutzgas oder Ziehanwendungen – beeinträchtigen. Mineralölbasierte Produkte scheiden in vielen Anwendungen aus, weil sie bei thermischer Nachbehandlung cracken und Rückstände auf Werkstückoberflächen bilden.
Matrizen-, Dorn- und Rezipientenschmierung
Matrizenschmierung
Der Schmierstoff muss sich vor dem Pressvorgang gleichmäßig auf der Matrizenstirnfläche und im Presskanal verteilen. Er schützt die Kanten des Werkzeugs vor adhäsivem Verschleiß und verhindert Materialübertrag (Pick-up) auf den Werkzeugstahl.
Dornschmierung
Der Dorn ist im Pressvorgang der höchsten thermomechanischen Belastung ausgesetzt. Ein dünner, gleichmäßiger Schmierfilm verhindert Kaltverschweißungen zwischen Dornoberfläche und dem gepressten Metall und verlängert die Dornstandzeit erheblich.
Rezipientenschmierung
Im Rezipienten, dem Aufnahmeraum für den Pressbolzen, reduziert ein geeigneter Schmierstoff die Reibung zwischen Bolzenmantel und Rezipientenwand. Dies senkt die notwendige Presspresskraft und schützt die Zylinderbohrung vor vorzeitigem Verschleiß.
LUPRIT® Produkte für Strangpressprozesse
Die LUPRIT® Produktlinie bietet abgestimmte Schmierstoffe für unterschiedliche Anforderungen im Strangpressbetrieb:
- LUPRIT® SP – Schmiermittel für Standardanwendungen beim Strangpressen von NE-Metallen, insbesondere Messing und Kupferlegierungen bei mittleren Anwendungstemperaturen.
- LUPRIT® SB – Für höhere Temperaturen und anspruchsvollere Warmumformungsprozesse, mit stabiler Schmierwirkung auch bei längeren Presszeiten.
- LUPRIT® SN – Graphitfreie Formulierung für Sonderlegierungen und Anwendungen, bei denen Graphitschwärzungen auf der Werkstückoberfläche vermieden werden müssen.
Für spezifische Anforderungen – etwa beim Strangpressen von Kupferrohren oder bei besonders hohen Temperaturen – entwickelt PROMET auch kundenindividuelle Formulierungen. Weitere Informationen zu Warmextrusionsprozessen finden Sie auf der Seite Warmextrusion.
Rückstandsverhalten und Prozessstabilität
Ein zentrales Qualitätsmerkmal aller LUPRIT® Strangpressschmierstoffe ist das kontrollierte Rückstandsverhalten. Rückstände von Schmierstoffen auf Werkstückoberflächen können nachfolgende Prozessschritte wie Wärmebehandlung, Beizen, Galvanik oder Beschichtung erheblich stören.
LUPRIT® Schmierstoffe sind so formuliert, dass sie sich bei den im Prozess auftretenden Temperaturen kontrolliert zersetzen oder sublimieren, ohne feste Rückstände zu bilden. Synthetische Trägerwachse zerfallen unter Schutzgasatmosphäre vollständig. Dies sichert die Oberflächen- und Werkstoffqualität des Pressgutes über den gesamten Prozesspfad hinweg.
Die stabile Schmierwirkung über den gesamten Presszyklus hinweg – vom Pressanfang bis zum Pressende – sichert gleichmäßige Presskraftverläufe und reproduzierbare Oberflächen. Dies vereinfacht die Prozessführung und reduziert Ausschuss durch Oberflächenfehler.